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Neues aus der Gartenstraße

Das Queck-Areal

Das Queck-Areal in Tübingen-Lustnau soll zu einem qualitativ hochwertigen gemischt genutzten Quartier mit hoher sozialer Vielfalt entwickelt werden. Die große Baulücke in der Gartenstraße soll geschlossen werden. Der ehemalige Flussarm, der voller Müll ist, bleibt unbebaut.


Das Queck-Areal am äußeren Ende der Gartenstraße ist seit 26 Jahren eine öde Wüste. Was zwei Gründe hat: Es gehört einer Eigentümergemeinschaft, die aus 37 Mitgliedern besteht, und es ist belastet. Bis 1938 floss hier noch der Neckar durch, dann wurde er in sein neues Bett gedrängt. Das alte, bis zu acht Meter tiefe Flussbett wurde mit Müll gefüllt - Siedlungsabfälle, Bauschutt, Industrie- und Gewerbeabfälle wurden dort entsorgt. Dann kam eine Betondecke drauf und später das Betonwerk Queck. Dessen Gebäude wurden 1993 abgerissen.


Seither hätte die Stadtverwaltung gerne, dass diese Baulücke geschlossen wird. 1999 sah es sogar genau danach aus: Zwei Investoren wollten dort eine "Seniorenresidenz" samt Hotel bauen. Doch dann ging einer der beiden pleite, kein anderer wollte einspringen, und das Projekt wurde beerdigt.


Jetzt tut sich wieder was: Die Eigentümergemeinschaft hat das Tübinger Architekturbüro Eble Messerschmidt Partner damit beauftragt, ein "qualitativ hochwertiges, gemischt genutztes Quartier mit hoher sozialer Vielfalt" zu entwickeln. Geplant wird gemeinsam mit der Stadtverwaltung.


Damit ist jetzt ein Problem der Lösung sehr nahe: Die Eigentümer sind bereit zum Verkauf. Das andere Problem liegt aber nach wie vor unter der Oberfläche: die Altlasten. Die seien, versicherte Baubürgermeister Cord Soehlke im Planungsausschuss des Gemeinderats, inzwischen hinreichend untersucht und analysiert. "Es besteht keine Gesundheitsgefahr, ganz sicher", so Soehlke.


Aber bebaut werden kann das ehemalige Flussbett dennoch nicht, der Müll darin würde die Last nicht tragen. Auch Bohrpfähle zur Gebäudegründung dürfen nicht eingesetzt werden. Sie könnten dazu führen, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Möglich sind lediglich offene Hallen auf verstärkten Bodenplatten, Wege, Parkplätze oder Grünanlagen.


Nun könnte man den ganzen Müll auch einfach ausbaggern. Das aber, so die Verwaltung, sei weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Sie schlägt deshalb vor, das ehemalige Flussbett zu kaufen und darauf eine öffentliche Grünfläche herzustellen. Die Stadt, sagte Soehlke über den Grund des Kaufs, trage schließlich eine moralische Verantwortung für die Altlasten. Zudem sei dieser Kauf auch eine Sicherheit für die Eigentümer. Ernst Gumrich (Tübinger Liste) und Arnold Oppermann (CDU) hatten allerdings Bedenken: Was, wenn doch etwas passiert? Dann stehe die Stadt in der Verantwortung.


Die Uferzonen, die ebenfalls mit Müll aufgefüllt wurden, sollen dagegen ausgebaggert werden. Das sei zwar aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht notwendig, vereinfacht aber die Vermarktung und die juristische Haftung.


Die künftige Grünfläche lässt zur bestehenden Bebauung am westlichen Rand des Areals nur einen kleinen Streifen übrig. Ob er bebaut wird, ist noch offen. Mehr Platz gibt es zur Gartenstraße hin. Und dort soll nun so gebaut werden, wie es das Programm "Fairer Wohnen" vorsieht: Von den Wohnungen muss ein Viertel sozialer Wohnungsbau sein, ein weiteres Viertel soll an Genossenschaften und Baugruppen vergeben werden, 10 Prozent der Nutzfläche sollen für nicht störendes Gewerbe geplant werden. Außerdem wünscht sich die Verwaltung einen Anteil an barrierefreiem, altengerechtem Wohnen. Und es muss eine Kindertagesstätte gebaut werden. Alles in allem sollen dort einmal rund 400 Menschen wohnen.


Entlang der Gartenstraße sollen die Gebäude drei bis vier Geschosse haben, und wenn der westliche Teil auch bebaut wird, sollen dort die Häuser höchstens drei Geschosse haben.

 

Zeitplan/Meilensteine

Voraussichtlich im Herbst/Winter 2019 sollen zwei aufeinander aufbauende Planungsworkshops stattfinden. In einer ersten Phase sollen Konzeptvarianten vor allem unter den Aspekten Städtebau, Freiraum- und Grünplanung, Nutzungsmischung und Wohnungsformen sowie Nachhaltigkeit durch  ein Gremium aus  Fachexperten sowie Experten aus der städtischen Verwaltung aus den Fachrichtungen Städtebau, Landschaftsplanung, Architektur, Nachhaltigkeit und Altlasten unter Beteiligung des Projektträgers  qualitativ beurteilt  werden. Auf dieser Grundlage wird ein städtebaulicher Vorentwurf  vorbereitet. Bei einem zweiten Workshoptermin soll die optimierte Planung erneut dem Expertengremium vorgestellt und  bewertet werden. Bei den Workshopterminen sollen Mitglieder aus dem Ortsbeirat Lustnau und dem Gemeinderat teilnehmen. Dem Planungsausschuss wird über den städtebaulichen Vorentwurf berichtet. 
Zum städtebaulichen Vorentwurf erfolgt die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit. Daran schließt sich das Bebauungsplanverfahren an. 

Ihre Ansprechperson im Planungsamt der Stadt Tübingen

Gabriele Dillmann
Ein Vorschlag aus dem Jahr 2010...

Ein Vorschlag aus dem Jahr 2010...

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