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Neues aus der Gartenstraße

Freiraum für Natur und Menschen: Auch das ist Klimaschutz!

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30. Juli 2020:

Ulrich Janßen kommentiert den Kompromiss:

"In der Panzerhalle ging es zurück in die Zukunft

über das vorläufige Ende einer Sommerdebatte

Wenn man die Probleme doch immer so einfach aus der Welt schaffen könnte! Nach dem überraschend ausgebrochenen Streit um die Nutzung der Fläche zwischen Möck und Au-Brunnen kehrte die Stadtverwaltung am Dienstagabend einfach zu der Lösung zurück, die sie sowieso immer am liebsten wollte: Ein ordentliches Solarpaket für die Stadtwerke und ein schönes kleines Spiel und Spaß-Paket für die Bürger.

Damit will Boris Palmer im Herbst in den Gemeinderat ziehen, und man darf ziemlich sicher sein, dass die Stadträte dem neuen alten Vorschlag zustimmen werden. Im März hatte sich der Klimaausschuss ein wenig zu sehr hinreißen lassen vom damals noch kräftigen Fridays for Future-Schwung. Ein Solarpark, das klang verführerisch, Solarenergie ist schließlich was Gutes, auch wenn die Fotovoltaik flexibler ist und wahrscheinlich mehr Zukunft hat als die Solarthermie.

Aber es ist natürlich auch richtig, den Freizeitbedürfnissen der Bevölkerung mehr Raum zu geben. Tübingen ist keine Betonwüste, aber richtig viele Parks gibt es hier nicht. Im Jahr 2022, meinte Stadtplanerin Barbara Landwehr, könnte der Bau der Anlage beginnen, drei Jahre später dürfen die Kinder und Jugendlichen aus der Umgebung dann ihre PCs, Smartphones und Playstations endlich ausschalten, um draußen auf dem neuen Freizeitgelände nach Herzenslust herumzutollen – was sie, wie alle Eltern wissen, am allerliebsten tun.

Platz dafür gibt es genug: Zumindest in der Größe kann der Park mit dem Alten Botanischen Garten mithalten. An den Zuschnitt und die Lage wird man sich erst mal gewöhnen müssen. Das Gelände liegt abseits, so richtig hatte man es als Erholungsort nicht auf dem Scanner. Ein Boulder-Turm könnte immerhin der Magnet sein, der die Zielgruppe an Kemmler und Möck vorbei dereinst in den Park lockt.

Ob die Solarthermie-Module am Ende den CO2-Ausstoß der Stadt senken oder erhöhen, ist schwer zu beurteilen. Dem ehemaligen Stadtwerke-Chef Friedrich Weng („ein hochkompetenter Fachmann“, lobte ihn etwas zu auffällig Boris Palmer) gelang es am Dienstag nicht so recht, seine Bedenken zu vermitteln. Man wurde den Verdacht nicht ganz los, dass bei dem Streit neben den ökologischen auch persönliche Gründe eine Rolle spielten.

Insgesamt endete die kleine Tübinger Sommerdebatte um die Solarthermie also erfreulich. Der Streit um die Nutzung von Flächen aber wird weitergehen, in Tübingen und anderswo. Für die Biogas-Erzeugung, für Windräder und Solaranlagen wird viel Platz benötigt, der für andere Zwecke fehlt.

Tübingen hat nicht so viel Platz, um Strom und Wärme komplett vor Ort zu erzeugen. Aber die Stadt kann sich ihre Klimaneutralität auch nicht einfach anderswo komplett einkaufen, da sind sich die meisten einig, denen der Klimaschutz ein Anliegen ist.*

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Freizeit-, Sport- und Erholungsfläche für alle Altersgruppen in Au-West jetzt! Das fordert die Arbeitsgemeinschaft Freiräume des Arbeitskreis Soziales Südstadt.

Nicht nur Südstädtler kamen zur Kundgebung am Sonntag, 26. Juli 2020 – 12 Uhr Ort: Rand des Ackers an der Reutlinger Str. 79, Tübingen.

Pfarrer Harry Waßmann ließ seine guten Beziehungen nach oben spielen: das Wetter hielt!
Der Erhalt der Grünfläche Au-West ist die letzte Möglichkeit für eine gut erreichbare Freizeit-, Sport- und Erholungsfläche in der Südstadt, betonte er.

Der Gemeinderat der Stadt Tübingen wird bald darüber entscheiden, ob in Au-West auf der gesamten oder einer Teilfläche eine Solarthermieanlage errichtet wird. Oder ob eine Fläche/Teilfläche für Freizeit, Sport und Erholung vorgesehen wird. Wenn man sieht, wie eng das Güterbahnhofviertel bebaut ist, fragt man sich, wo die Bewohner Grün und Frischluft tanken sollen. Wenn sie am Wochenende mit dem Auto in die nähere Umgebung fahren, ist für den Klimaschutz auch nichts gewonnen. Für die umgesiedelten Eidechsen am Bahndamm musste eine Ausgleichsfläche ausgewiesen werden. Und für Menschen?

Natur- und Kinderschutz sind auch ein Beitrag zum Klimaschutz!!!

Jetzt zählt jede Unterschrift, um die Forderung für eine Freizeit,- Sport- und Erholungsfläche in Au-West zu bekräftigen!

Bitte unterzeichnen Sie unsere Online-Petition unter: https://www.openpetition.de/petition/online/suedstadt-leben-braucht-bewegung

 

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Tagblatt vom 21. Februar 2020: Die Südstadt kennt Harry Waßmann gut. „Seit ich 1992 hier Pfarrer wurde, hat sich die Bevölkerungszahl nahezu verdoppelt.“ Es ist ein Stadtteil mit vielen Jugendlichen, weiß Melanie Lorenz vom Bürgertreff NaSe (Nachbarschaftliche Selbsthilfe). In der Südstadt, inklusive Französischem Viertel, leben fast 2500 Kinder und Jugendliche – etwa die Hälfte davon ist zwischen acht und 18 Jahren.

 

In den nächsten Jahren wächst der südliche Teil der boomenden Universitätsstadt noch einmal kräftig: Allein am Güterbahnhof um mehr als 1000 Menschen, hinzu kommen Hunderte bei der Nachverdichtung im Wennfelder Garten. Und dann ist bald darauf auch schon die Bebauung am Hechinger Eck dran.

„Es werden Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen gebaut“, sagt Waßmann. Und händeringend neue Flächen fürs Gewerbe gesucht. Doch neue Erholungsflächen, Spiel- und Sportplätze gebe es nicht. Da sei die Stadtplanung früher weitsichtiger gewesen: „Vor hundert Jahren dachten die Stadtplaner nicht nur an Straßen und Häuser, sondern auch an Parks und Grünflächen.“ Es entstanden der Anlagenpark am Bahnhof und der Volkspark in der Südstadt. „Das darf die Stadtplanung heute nicht verschlafen“, fordert der Südstadtpfarrer, der seit einigen Jahren in der „AG Freiflächen“ aktiv ist. Diese Untergruppe des „AK Soziales/Südstadt“ mit seinen 25 Mitgliedern nahm mehrere Gebiete unter die Lupe, die als Naherholungs-, Spiel- und Sportflächen in Frage kommen.

Am ehesten verwirklicht werden könnte die Spielfläche am Galgenberg. Auf einer Wiese oberhalb des Kinderhauses könnte für die Altersgruppe von acht bis 14 Jahren ein Spielplatz gebaut werden, so die Idee der AG Freiflächen. Ganz ähnlich wie der überregional bekannte und beliebte Spielplatz in Entringen. Die Idee: Tübinger/innen könnten sich über einen „Matching Fund“ an den Herstellungskosten beteiligen: Die Stadt finanziert einen Teil, der Rest kommt über private (Sach-)Spenden oder über Arbeitsleistungen zusammen.

Für ältere Jugendliche, die gerne kicken oder einen anderen Sport treiben möchten, ohne gleich in einen Verein zu gehen, wäre die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Reifen Möck und dem bewaldeten Au-Brunnen-Areal (Bild oben) ideal, findet Sybille Hartmann. Ihr ist durchaus bewusst, dass jene dort mögliche „Freie Sportfläche Au-West“ städtischerseits auch als neuer Gewerbegrund im Gespräch ist. „Ist das Bedürfnis nach Bewegung nicht ebenso wichtig wie das Bedürfnis nach neuen Gewerbeflächen?“, fragt die ehemalige Tübinger Umweltbeauftragte, die für das Werkstadthaus in der AG Freiflächen mitmacht. Zumal die Panzerhalle im Französischen Viertel so häufig von den Walter Tigers zum Training in Beschlag genommen werde, dass sie für spontane Basketballspiele der im Viertel lebenden Kinder und Jugendlichen allzu oft ausfalle.

Und dann wäre da noch die Idee zu einem Park am Tilsiter Weg. Die Mini-Grünanlage hinter den Stadtwerken habe bislang, außer einem Bolzplatz für Jugendliche, „keinerlei Aufenthaltsqualität“, so die AG Freiflächen in einem Flugblatt. Allerdings gibt es dort auch einige Kleingärten sowie einen Parkplatz der Stadtwerke, die für den Park weichen oder verlegt werden müssten.

Für ihre drei Vorschläge konnte die AG bereits über 500 Unterschriften von Südstadtbewohnern einsammeln. Auch im Ortsbeirat wurden die Pläne präsentiert.

Und was sagt die Verwaltung? „Die Südstadt kann noch Grün vertragen“, so Baubürgermeister Cord Soehlke. Die Initiative für einen (Abenteuer-)Spielplatz am Galgenberg findet er auf jeden Fall gut.

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Mir fällt in den Tübinger Neubaugebieten immer wieder auf, wie eng dort die Leute wohnen.
Teilweise brüstet sich die Stadtentwicklung in selbstgefälligen Broschüren sogar damit,
wie viele Menschen pro Quadratmeter durch deren so geniale Planung untergebracht wurden. 
Ganz anders sieht es leider bei Gewebeflächen aus: Ich bin schier vom Fahrrad gefallen,
als ich gestern am neuen Mitarbeiterparkplatz der Fa. Kemmler an der Eisenbahnstraße
vorbei gefahren bin: Flächenverbrauch ohne Ende - weder ein Parkdeck noch eine Tiefgarage! 

Die Bürger sollen eng an eng in gentrifizierten Wohngebieten (gentrifiziert, weil sich
Normalverdiener schon nicht mehr die Tiefgaragenstellplätze leisten können) leben und
nebendran spendiert man dem Gewerbe Flächen wie in den 70ern. 

Ja, die Wirtschaftsgrünen in Tübingen kämpfen um jeden Arbeitsplatz in der Stadt ;-).
Bald bejubeln sie noch rauchende Schornsteine, wenn das so weiter geht!
RabeHugo 22.02.2017

 

 

Vergleichen Sie die Flächen für Gewerbe und Parkplätze mit der Größe der Innenhöfe im Güterbahnhof-Areal
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