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Neues aus der Gartenstraße

Netzwerk Naturschutz lud zum Faktencheck Blühflächen

Am 18. September 2020 lud das Netzwerk Naturschutz des Regierungspräsidiums Tübingen zum Faktencheck Blühflächen ein. Aus der Gartenstraße wurde die Grünpatin Reinhild von Brunn befragt. Hier ihr Statement:

 

<<Projekt Bürgerpatenschaften „Mein Stück Tübingen“ auf kommunalen Flächen

Erster Bürgermeister Lucke gründete 2011 die kommunale Initiative der Grünpatenschaften „Mein Stück Tübingen“. Betreut wird das Projekt bis heute von Frau Martina Betaks im Tiefbauamt.

Ein Bürger kann eine kommunale Fläche adoptieren, meldet dies an. Daraufhin wird das Projekt geprüft und dann im Geographischen Informationssystem aus dem Pflegerhythmus der städtischen Servicebetriebe (KST) herausgenommen. Das klappt nicht immer gleich, aber doch zunehmend gut.

Nun ist der Pate frei in der Gestaltung. Natürlich dürfen verkehrliche Sichtachsen nicht beeinträchtigt werden. Bäume und Büsche unterliegen weiterhin der Pflege der KST.

Die Stabsstelle „Bürgerbeteiligung“, personell Gertrud van Ackern, betreut die Paten, indem sie Schildchen und Laubsäcke verteilt. Ein Paten-Rundgang hat, allerdings ohne sie, nur einmal in diesen neun Jahren stattgefunden.

Meine Paten-Flächen:

  1. Gartenstraße Westseite/Brückenstraße: Blumenbeet (Mein Stück Tübingen) seit 2012
  2. Gartenstraße Ostseite/Brückenstraße: Wiese (Mein Stück Tübingen) seit 2018
  3. Fromm-Brunnen (Mein Stück Tübingen) seit 2012
  4. Synagogenplatz (Sonderfläche, mit Verein zur Förderung jüdischer Kultur, Kulturamt, Bauträger Baumann, KST etc.) seit 2015
  5. 2 Pflegegräber (Friedhofsamt/Tiefbau) seit 2019
  6. Neckar-Parkhaus (mit Billigung des Baudezernats) seit 2013

Ein Beitrag zur Artenvielfalt in der Stadt?

Auf jeden Fall leisten die genannten Flächen einen Beitrag zur Artenvielfalt. Ich sorge dafür, dass immer etwas blüht. Auch Brennnesseln, Goldrute und Zaunrübe werden stehen gelassen. An Faltern habe ich, allerdings auch in meinem Garten in der Gartenstraße, beobachtet: Aurora, Bläuling, Fuchs, Kaisermantel, Kohlweisling. Sandbienen haben sich in Scharen an der Zaunrübe gütlich getan. Lavendel war ständig besucht.

Gelingensfaktoren und Stolpersteine

Der Anfang war jeweils hart. Die Straßenbeete fand ich voller Hundekot und Plastikmüll vor. Hunde konnte ich in den ersten drei Jahren nur mit dicken Brombeerranken abhalten. Um den Tieren keine offene Erde anzubieten, musste ich die Blühpflanzen in die Grasnarbe setzen, was ich bis heute büßen muss, weil das Gras sich auch im gärtnerischen Beet immer wieder durchsetzt. Aber dann, vor allem als die Blumen anfingen zu blühen, haben die Hundebesitzer und auch die Studenten mit ihren Fahrrädern das Beet akzeptiert.

Mit dem Blühwiesenbeet oder geplanter Bienenweide habe ich noch Schwierigkeiten. Wie vom Projekt „Bunte Wiese“ empfohlen, mähe ich einen 60cm breiten Streifen rundherum kontinuierlich, um durch die unterschiedliche Höhe der Gräser ein Signal zu senden. Aber die Blühwilligkeit lässt noch zu wünschen übrig. Von allen Mischungen, die ich bisher ausprobierte, blieben langfristig nur Lein übrig. Kornblumen kamen im zweiten Jahr nur kümmerlich. Schafgarben setzen sich durch.

Ich würde mir wünschen, dass es ein städtisches Konzept, ein besseres Netzwerk und eine aufsuchende Betreuung gäbe. Die Krux ist u.a. der organisatorische Split in der Stadtverwaltung: Baudezernat, Tiefbauamt, Bürgerbeteiligung, Klimaschutz….

Ein echtes Grünkonzept war 2012 angekündigt, das Vorhaben starb jedoch mit der damals engagierten Fachfrau, Ulrike Fuhrer. Über Jahre waren alle Bemühungen auf den Flächennutzungsplan und die Wohnraumbeschaffung fokussiert.
Das ambitionierte Projekt Gartenschau 2032 liest sich zwar sehr schön, kann aber das allgemeine Freiflächen-Konzept nicht ersetzen. Hinzu kommt der Siedlungsdruck, der das Angebot an Boden immer mehr dezimiert und negative Fakten schafft.

Besonders schwierig war der Start im Neckarparkhaus, einer Bausünde aus den 1970er Jahren. Die Stadtgärtner hatten die 12 Pflanztröge auf der 90m langen Galerie aufgegeben, und Touristen entsetzten sich regelmäßig über die monströse Fassade zum Neckar hin. Ich musste ein Jahr lang mit der damaligen Betreibergesellschaft kämpfen, um endlich die Erlaubnis der Begrünung zu erhalten. Seit 2018 wird das Parkhaus von den Stadtwerken Tübingen geführt, und ich werde jetzt nicht nur geduldet. Mein Mann und ich gießen die Pflanzen wöchentlich, im Winter monatlich, mit Neckarwasser, weil die Tröge fast keinen Regen abbekommen. Wir finanzieren alles selbst. Einmal lieferten die KST Substrat, das sich aber in den Trögen nicht bewährte.

Akzeptanz in der Bevölkerung

Wenn ich auf den Beeten arbeite, erhalte ich so viel Zuspruch und Dank von den Nachbarn, dass ich kaum vorwärtskomme. Auch persönliche Geschichten und Sorgen werden mir mitgeteilt, insofern hat diese Arbeit auch eine soziale Funktion.

Im Gegensatz zum gärtnerisch gepflegten Beet erntet das Wiesenbeet weit weniger Beifall. Eher mitleidige Kommentare. Erst als ich einen Zettel aufstellte mit Information über die dort wild gewachsene Zaunrübe, kam mehr Verständnis auf.

FAZIT

Für die Universitätsstadt Tübingen fehlt ein Gesamtkonzept für Freiflächen, das all diese Funktionen versöhnt und ihnen einen klar definierten guten Platz gibt:

  • Naherholung, Parks, Spiel- und Bolzplätze
  • Insekten schützende Blühflächen
  • Blumenschmuck für Ästhetik (Blumenampeln, Stadt-Begleitgrün)
  • Gewässerschutz

Das Konzept sollte gut kommuniziert und bürgerschaftliches Engagement fachlich begleitet werden.>>

»Überall sind Bienen«: Rose Stoll freut sich mit Bund-Mitglied Reinhild von Brunn (von links) über den Erfolg ihres Einsatzes in der Tübinger Gartenstraße. FOTO: WEBER 

»Überall sind Bienen«: Rose Stoll freut sich mit Bund-Mitglied Reinhild von Brunn (von links) über den Erfolg ihres Einsatzes in der Tübinger Gartenstraße. FOTO: WEBER 

GEA: 21.09.20

<<Wie Lebensräume für Vögel und Insekten entstehen

Netzwerk Natur im Regierungspräsidium Tübingen: Tipps fürs Anlegen von Blühflächen

TÜBINGEN. Auf den ersten Blick sieht man es dem Ackerstreifen im Ammertal zwischen Unterjesingen und Wurmlingen nicht an, dass zwischen den abgeblühten Stängeln viel Leben steckt. »Tatsächlich bietet er vielen Tieren eine unglaublich gute Deckung und ist der ideale Nistort für Rebhuhn, Grauammer und Co.«, erklärt Thorsten Teichert vom Landschaftserhaltungsverband Landkreis Tübingen. »Durch den Samen stellt die Fläche außerdem eine gute Nahrungsversorgung im Winter sicher.« Persönliche Kontakte zu Landwirten machten es möglich, hier einen recht großen Streifen zur Verfügung zu haben. »Diese Fläche entwickelt sich sehr dynamisch.« Dazu tragen auch die Ziegen bei, die der Nabu besorgt hat und die wenig schleckig sind. Sie fressen auch dorniges und leicht verholztes Gestrüpp sowie Gehölztriebe.

»Jeder kann etwas zur Artenvielfalt beitragen«

Der Bienenliebling Blauer Natternkopf, Karde, Wilde Möhre oder Steinklee: Unter anderem mit diesen Pflanzen wurde die Blühfläche im Herbst 2018 angelegt und seither nicht mehr gemäht. Teichert weiß, dass der im Herbst verblühte Streifen für manche wenig ansehnlich ist, dennoch wünscht er sich mehr Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Maßnahme, die Insekten und Vögel fördert und in ihrem Fortbestand sichert. »Wir wollen auch nicht, dass Landwirte angefeindet werden, weil es wild aussieht.« Dabei ist diese Fläche mit ihrer Breite von rund 30 Metern und ihrer ganzen Länge geradezu ideal, um Tieren einen Biotopverbund in der Landschaft zu bieten, der hinab bis zur Ammer mit ihren Grünstreifen reicht.

Beim Anlegen von Blühflächen muss einiges beachtet werden, um damit tatsächlich dem Artensterben entgegenzuwirken. Deshalb hat das Netzwerk Naturschutz im Regierungsbezirk Tübingen jetzt gemeinsam mit Praktikern und Experten den »Faktencheck Blühflächen« gemacht und ein Informationsblatt zusammengestellt, mit dem Interessierte bei der Planung und Umsetzung wichtige und hilfreiche Tipps bekommen. Zum Beispiel, dass sich nicht jede Fläche als Standort eignet. So haben etwa Feldvögel ganz bestimmte Bedürfnisse. »Sie brauchen Ruhe, deshalb ist es wichtig, Mindestabstände zu vielbefahrenen Straßen zu haben. Die Blühfläche müsste mindestens zwei Jahre stehen bleiben, damit sie auch im Februar und März etwas zum Fressen bietet«, so der Ornithologe Nils Anthes von der Uni Tübingen, der sich mit der Förderung von Feldvögeln befasst.

»Bei Insekten denken Leute immer an die ausgewachsenen Tiere, etwa Schmetterlinge«, so Thomas Bamann vom Regierungspräsidium Tübingen. »Für die meisten Insekten gilt jedoch, dass auch gerade die Entwicklungsstadien wichtig sind. Eier, Larven und Puppen haben hohe Ansprüche, da sie an den Ort gebunden sind.« Deshalb erreiche man alleine mit einem Blühstreifen wenig, wichtig sei eine Vielfalt an geeigneten Strukturen. »Also Bereiche, die wenig genutzt werden, damit die Entwicklung nicht gestört wird und offene, rohbodenreiche Flächen als Neststandorte für bodenbrütende Insekten.« Auch zu diesem Thema enthält das Informationsblatt Tipps, unter anderem zum richtigen Bearbeitungszeitpunkt. »Wenn die Larven abgemäht sind, sind sie unwiederbringlich weg«, macht Rose Stoll deutlich, die mit Josefine Gras das Netzwerk Naturschutz im Regierungsbezirk Tübingen koordiniert.

»Jeder kann etwas zur Artenvielfalt beitragen«, so Stefan Schwab, stellvertretender Leiter des Referats Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Tübingen. »Dafür braucht man nur etwas Geduld und muss genau beobachten.« Wie gut die Maßnahmen wirken, wenn sie ergriffen werden, ist im Ammertal zu sehen. Dort leistete die mehrjährige Blühfläche schon einen beachtlichen Beitrag zur Erhöhung der Rebhuhnpopulation. »Wir sind 2015 mit 30 Revieren gestartet und haben jetzt zwischen 50 und 60 Reviere. Dagegen sinkt die Population dort, wo wir nichts machen«, macht Teichert beim Pressegespräch deutlich.

Dass man Bienen und Schmetterlingen auch im öffentlichen Raum mitten in der Stadt Nahrungsquellen bieten kann, zeigt die private Initiative von Reinhild von Brunn im Rahmen des Patenschaftsprogramms »(M)ein Stück Tübingen«. In der Gartenstraße in Tübingen hat sie nach der Beseitigung von viel Unrat wie Hundekot und Zigarettenkippen nicht nur mehrere Grünflächen geschaffen, sondern hält sie auch in Schuss. Mit stacheligen Brombeerranken, die sie um die Beete legte, hält sie Hunde fern. Die Anwohner erfreuen sich jetzt an den Geranien, Rosen, Chrysanthemen oder Herbstanemonen. »Wenn ich hier arbeite, bleiben die Nachbarn stehen und es entstehen nette Gespräche«, erzählt von Brunn. Neue Pflanzen bekomme sie hin und wieder auch geschenkt.

"Die Gartenstraße hat auf jeden Fall durch ihren Einsatz gewonnen", so Josefine Gras. "In unserem Netzwerk wirkt ein großes Potential an Fachleuten zusammen. Auch Private können sich an uns wenden, wenn sie etwas für die Tierökologie bewirken wollen", sagt Stoll. Eine Blühfläche anzulegen, sei eine Möglichkeit, dem Artenschutz zu dienen", so Schwab. "Wer eine solche Maßnahme aufgreifen und umsetzen will, dem empfehlen wir zunächst unser Infoblatt, in dem auch verschiedene Alternativen aufgeführt sind." (GEA)

 

NETZWERK NATURSCHUTZ

Das Netzwerk Naturschutz bietet Naturschützern im Regierungsbezirk Tübingen eine Plattform für den Erfahrungs- und Informationsaustausch. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 zählt es mehr als 400 Teilnehmende aus Naturschutzvereinen und -verbänden, aus der Naturschutzverwaltung, aus Landwirtschaft und Kommunen. Auch private Interessenten, die eine Blühfläche anlegen wollen, können sich ans Netzwerk wenden. Ansprechpartnerin ist Josefine Gras im Regierungspräsidium Tübingen. (raw)

josefine.gras@rpt.bwl.de  >>

Schwäbisches Tagblatt: Wo das Rebhuhn sich wohlfühlt

Blühflächen Samenstände und Blüten von Pflanzen, Wildkräutern und Gräsern helfen Insekten und Vögeln, wenn sie lange genug zugänglich sind.

Dieser abgeblüht aussehende Feldstreifen zwischen Unterjesingen und Wurmlingen bietet Schutz für Rebhuhn und Grauammer sowie auch über den Winter jede Menge Sämereien für Vögel. Naturschützer und Landschaftspfleger vom Regierungspräsidium Tübingen haben ein Auge darauf: Josefine Gras (von links), Stefan Schwab, der Landschaftsökologe Nils Anthes und der Insektenexperte Thomas Bamann (ganz rechts). Thorsten Teichert (Zweiter von rechts) ist Fachkoordinator beim Landschaftserhaltungsverband LEV des Landkreises Tübingen.Bild: Dorothee Hermann

Wer die Wilde Möhre, die Karden, den Fenchel und die Königskerze blühen sehen möchte, sollte nicht erst im September vorbeikommen. Derzeit stehen vor allem bräunliche Samenstände auf einem Feldstreifen zwischen Unterjesingen und Wurmlingen, den Naturschützer des Regierungspräsidiums Tübingen (RP) gemeinsam mit Landwirten und dem Naturschutzbund Nabu angelegt haben. Vereinzelt blühen noch Natternkopf und weißer Steinklee. „Die Pflanzen müssen mindestens zwei Jahre stehenbleiben, damit die Vögel auch in knappen Jahren etwas zu fressen finden“, so der Landschaftsökologe Nils Anthes, der beim RP für Feldvögel zuständig ist.

Sie benötigen geeignete Neststandorte und bestimmte Bedingungen, um gut überwintern zu können, sowie Schutz vor Räubern wie beispielsweise Füchsen. Zudem brauchen die Feldvögel Ruhe, also Mindestabstände zu vielbefahrenen Straßen oder vielbegangenen Wegen (auch von Hunden), und ebenso Distanz zu Gehölzen und Wäldern. Infolge des Anbaus von Wintergetreide fänden Vögel immer weniger Frucht-Reste auf den Feldern. Blühstreifen mit vielfältigen Sämereien können das idealerweise ausgleichen.

Insekten brauchen Sonne, offene Bodenstellen und schüttere Vegetation, erläuterte der Biologe Thomas Bamann. Ideal sei ein vielfältiger Lebensraum mit Wegrainen und alten Magerrasenbrachen. Ganz wichtig sind mehrjährige Blühpflanzen. Denn: „Mähen im Herbst tötet Larven und Eier“, sagte er. Bamann empfiehlt einheimische Wildkräuter, -gräser und -stauden. Das können etwa Skabiosen sein, sagte Stefan Schwab, stellvertretender Leiter des Referats Naturschutz und Landschaftspflege im RP.

Im Landkreis Tübingen gibt es bisher zirka 50 Hektar mehrjährige Blühflächen, die besonders Grauammer und Rebhuhn zugutekommen, berichtete Thorsten Teichert, Fachkoordinator beim Landschaftserhaltungsverband LEV des Landkreises Tübingen. „Es profitieren auch Insekten, Feldhasen und anderes Niederwild.“ Gemeinsam mit der Kreisverwaltung und dem RP stimmt er Naturschutzmaßnahmen mit Landwirten und Vereinen ab. „Wir vermitteln auch Fördergelder.“

Besucher sollten die Flächen nicht betreten und auch ihre Hunde nicht hineinlassen. Der teilweise etwas stachlig-struppige und sehr dichte Bewuchs lädt eher nicht zum Hindurchstreifen ein und schreckt sogar Füchse ab. Auf benachbarten Äckern sollten Landwirte auf Nester der Grauammer achten und diese bei der Feldarbeit aussparen. In der Region ist die Landnutzung noch vergleichsweise kleinteilig. „Das artenreiche Grünland ist die Mutter der Artenvielfalt“, so Teichert. Intensivlandschaft oder die Verbuschung zu einer Heckenlandschaft machen Vögeln und Insekten zu schaffen, sagte Schwab. „Früher wurde das Land viel stärker genutzt. Ein Wegrain wurde verpachtet. Einer stellte seine Ziegen dorthin.“

Auch private Initiativen wie „(M)ein Stück Tübingen“ bemühen sich, kleine Blütenreiche für Insekten zu schaffen. In der Tübinger Gartenstraße kümmert sich die Anwohnerin Reinhild von Brunn mittlerweile um drei grüne Fleckchen. „Jeder Tübinger kann sich eine kommunale Fläche aussuchen, möglichst vor seinem Haus, das die Stadtgärtner dann nicht mehr bearbeiten.“

Neue Broschüre „Faktencheck Blühflächen“

Wer einen Blühstreifen für Insekten und Vögel anlegen möchte, kann sich in der Broschüre „Faktencheck Blühflächen“ Tipps holen – am besten nicht nur für eine Saison, denn sonst können Insekten-Eier und -Larven nicht überleben. „Was ökologisch sinnvoll ist, sieht je nach Jahreszeit nicht immer schön aus“, sagte Rose Stoll, die beim Regierungspräsidium Tübingen (RP) gemeinsam mit Josefine Gras das Netzwerk Naturschutz koordiniert. Das Infoblatt ist seit kurzem auf der Homepage des RP zugänglich, unter dem Stichwort „Netzwerk Naturschutz“. Dort sind etwa 400 Mitglieder aktiv: Es sind private und staatliche Naturschützer sowie ganze Kommunen.

Nils Anthes, Ornithologe: "Pflanzen müssen mindestens zwei Jahre stehenbleiben, damit die Vögel auch in knappen Jahren etwas zu fressen finden."

Thomas Bamann, Insektenexperte: "Mähen im Herbst tötet Larven und Eier."

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