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Neues aus der Gartenstraße

Was wird aus der Gartenschau? Im November entscheidet der Gemeinderat.

Im Dezember 2019 bewirbt sich Tübingen für eine Landesgartenschau. In den zurückliegenden Wochen und Monaten hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, mit Vertreterinnen und Vertretern von Fachbehörden, Verbänden, Vereinen und Interessensgruppen intensiv an der Planung für die Bewerbung gearbeitet. Den vorläufigen Abschluss dieser vielfältigen Beteiligung bildet eeine Informationsveranstaltung.

Im Oktober berät der Ausschuss für Planung, Verkehr und Stadtentwicklung über die Pläne. Über das endgültige Bewerbungskonzept entscheidet im November der Gemeinderat. Wirklichkeit werden kann die Show erst in den 2030er Jahren.

Hoffentlich werden in der Planung auch mal die peinlichen Ecken am Bota und anderswo bedacht und aufgeräumt!!!

Ja, sie sollen fein gemacht werden. "Daueranlagen" heißt das im Bewerbungsjargon. Bleibendes schaffen, nicht nur bunte Blümchen für eine Saison.

Die Ziele sind recht hoch gesteckt:  CO2-Neutralität, Einbindung der Landwirtschaft, Stadtentwicklung beim Saiben, ansprechender Stadteingang von Westen, Barrieren wie Bundesstraßen, Eisenbahngleise und Neckar überwinden, den Fluss erleben, Alleen in Wert setzen und unbekannte Schätze heben.

Klingt alles einleuchtend und gut. So war es auch natürlich, dass die rund 50 Personen, die am 20. September in die Schülermensa gekommen waren, mehrheitlich für das vom Planungsbüro Senner vorgeschlagene Konzept stimmten. Baubürgermeister Soehlke moderierte die anschließende Fragestunde in seiner verbindlich unverbindlichen Art und ließ gar keine Konflikte aufkommen.

Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.

Nicht abgesprochen war, dass Boris Palmer - nur drei Minuten lang auftauchend - seinen Leuten mal wieder die Schau stahl. Er holte sich das Placet des Publikums ab für ein mögliches Motto der geplanten Landesgartenschau: Komm! ins Offene, Freund!

Tja, Tübingen bleibt Tübingen: sofort meldeten sich Frauen und mahnten Gender-Gerechtigkeit an: "Freundin" sollte es heißen. Es darf gelacht werden.

Wie wäre es mit: Komm! ins Offene, Tübingen!

**************

Und hier ist der O-Ton des Dichters:

"Der Gang aufs Land

Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute

Nur herunter und eng schließet der Himmel uns ein.

Weder die Berge sind noch aufgegangen des Waldes

Gipfel nach Wunsch und leer ruht von Gesange die Luft.

Trüb ists heut, es schlummern die Gäng und die Gassen und fast will

Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.

Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an Einer

Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.

Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen,

Wenn ers weigert und doch gönnet den Kindern zuletzt.

Nur daß solcher Reden und auch der Schritt' und der Mühe

Wert der Gewinn und ganz wahr das Ergötzliche sei.

Darum hoff ich sogar, es werde, wenn das Gewünschte

Wir beginnen und erst unsere Zunge gelöst,

Und gefunden das Wort, und aufgegangen das Herz ist,

Und von trunkener Stirn höher Besinnen entspringt,

Mit der unsern zugleich des Himmels Blüte beginnen,

Und dem offenen Blick offen der Leuchtende sein.
 

Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es,

Was wir wollen, und scheint schicklich und freudig zugleich.

Aber kommen doch auch der segenbringenden Schwalben

Immer einige noch, ehe der Sommer, ins Land.

Nämlich droben zu weihn bei guter Rede den Boden,

Wo den Gästen das Haus baut der verständige Wirt;

Daß sie kosten und schaun das Schönste, die Fülle des Landes,

Daß, wie das Herz es wünscht, offen, dem Geiste gemäß

Mahl und Tanz und Gesang und Stuttgarts Freude gekrönt sei,

Deshalb wollen wir heut wünschend den Hügel hinauf.

Mög ein Besseres noch das menschenfreundliche Mailicht

Drüber sprechen, von selbst bildsamen Gästen erklärt,

Oder, wie sonst, wenns andern gefällt, denn alt ist die Sitte,

Und es schauen so oft lächelnd die Götter auf uns,

Möge der Zimmermann vom Gipfel des Daches den Spruch tun,

Wir, so gut es gelang, haben das Unsre getan.
 

Aber schön ist der Ort, wenn in Feiertagen des Frühlings

Aufgegangen das Tal, wenn mit dem Neckar herab

Weiden grünend und Wald und all die grünenden Bäume

Zahllos, blühend weiß, wallen in wiegender Luft,

Aber mit Wölkchen bedeckt an Bergen herunter der Weinstock

Dämmert und wächst und erwarmt unter dem sonnigen Duft."

Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.
Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.
Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.
Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.
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Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.
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Was wird aus der Gartenschau?  Im November entscheidet der Gemeinderat.

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