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Neues aus der Gartenstraße

Das interessanteste Brückenprojekt Tübingens schreitet voran!

Das interessanteste Brückenprojekt Tübingens schreitet voran!
Das interessanteste Brückenprojekt Tübingens schreitet voran!
Das interessanteste Brückenprojekt Tübingens schreitet voran!
Das interessanteste Brückenprojekt Tübingens schreitet voran!
Der Kran wird durch einen firmeneigenen kleineren ersetzt. Die ersten Elemente für die Stützen lagern schon im Becken
Der Kran wird durch einen firmeneigenen kleineren ersetzt. Die ersten Elemente für die Stützen lagern schon im Becken
Der Kran wird durch einen firmeneigenen kleineren ersetzt. Die ersten Elemente für die Stützen lagern schon im Becken

Der Kran wird durch einen firmeneigenen kleineren ersetzt. Die ersten Elemente für die Stützen lagern schon im Becken

Kleine Boote in Orange, Kernbohrer und Taucher im Neoprenanzug - und das direkt am Abgrund, mitten im tosenden Neckarwasser am Stauwehr. Viele Passanten bleiben auf der Brücke stehen und sehen dem Abenteuer zu. Denn lange Zeit hat es zu wenig geschneit und zu viel geregnet, um voranzukommen mit der "Radbrücke Ost", die Süd- und Nordufer verbinden soll. Und eines Tages, mit einem Tunnel, sogar den Radverkehr zwischen Südstadt und Österberg erleichtern soll. 

 

28. Januar:

Der riesige rote Kran wird abgebaut. Er kostet pro Tag 3000 Euro Miete. Vielleicht braucht man ihn noch einmal, wenn die Brückenelemente aufgesetzt werden. Für die beiden Pfeiler reicht nun ein normaler Baukran.

Gebaut werden muss im sogenannten „Tosbecken“, das je nach Wetter einen über 1,80 Meter tiefen Wasserstand hat. Wenn eine Überschwemmung droht, muss es jederzeit geflutet werden können. Deswegen wird eine Art Käfig errichtet, die die Stelle, an der die Pfeiler angebaut werden, umschließt und möglichst trocken hält.

Hadis Saric ist Bautaucher. Es sieht aus wie ein Feuerwerk unter Wasser. Grüne und rote Lichtblitze zucken an die Oberfläche des Neckars, wenn er, auf dem Grund des Tosbeckens des Tübinger Stauwehrs liegend, unter Wasser schweißt. Wenig später riecht es auch nach Silvester, wenn er, in dem 1,50 Meter tiefen Wasser stehend, an der Seitenkante der Wasserhaltung schweißt. Das Wasser hatte am 22. Januar kaum fünf Grad.

Baufirma Firma Leonhard Weiss GmbH & Co. KG, die beim Spatenstich von OB Palmer gelobt wurde, nicht nur preiswert sondern auch schnell zu arbeiten, lässt sich durch Winterkälte nicht schrecken. Der Bauleiter erklärt: Als erstes werden die sogenannten „Fangedämme“, zwei rechteckige Stahlkästen aus Spundbohlen, mit einem Gewicht von über 10 Tonnen pro Kasten, mittels eines 450 Tonnen schweren Mobilkrans in das Tosbecken gehoben. Im Anschluss werden die Flügelseiten, die bis zu sechs Tonnen wiegen, an die Kästen angeschweißt. Die U-förmigen Stahlgebilde werden in den Bestandspfeilern des Wehrhauses verankert und abgedichtet. Das Schweißen und die Dichtungsarbeiten übernehmen dann die Bautaucher. Damit die Wasserhaltung dem Wasserdruck standhält, wurden Big Bags, riesige Säcke mit Schotter oder Sand, in den Fangedammkästen platziert. Die Kästen wiegen gefüllt bis zu 90 Tonnen. „Die Wasserhaltung dient dem Mitarbeiterschutz, wir schaffen den Mitarbeitern einen trockenen Arbeitsplatz. Außerdem können wir nur so die neuen Brückenpfeiler aus Stahlbeton errichten“, sagt Bauleiter Ratzke. 

Geprüfter Taucher ist in Deutschland eine Aufbauausbildung der Internationalen Handelskammer. Um Bautaucher zu werden, ist also eine abgeschlossene Ausbildung im technischen Bereich nötig oder vier Jahre Berufserfahrung in dem Gebiet. Zusätzlich muss der Bewerber zwei Jahre für ein Tauchunternehmen gearbeitet haben und eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, die seine körperliche Eignung für das Tauchen beweist. Zuletzt braucht man das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Bronze. Das Gehalt ist laut Alexander Kindl mit dem eines Montagearbeiters zu vergleichen. Aber Leidenschaft gehört dazu.
Das zeigt sich auch im Gespräch mit Tauchleiter Alexander Kindl, der für die Firma Hydrowork als Tauchleiter arbeitet. Der 45-Jährige ist seit 17 Jahren Bautaucher und liebt seinen Beruf. Der Elektrotechniker erzählt, wie er zuerst hobbymäßig tauchte, dann beruflich Tauchreisen begleitete und als Tauchlehrer arbeitete. Die Arbeit unter Wasser gefiel ihm so gut, dass er sich zum Bautaucher ausbilden ließ: „Bei jedem Einsatz ist etwas interessant, man kommt herum und lernt interessante Menschen kennen“, schwärmt er. Er hat unter anderem bereits in Ägypten und Portugal gearbeitet. Was ihm bei dem Taucheinsatz in Tübingen am besten gefällt? „Die Vielfalt, wir haben hier so viele verschiedene Tätigkeiten“, sagt Kindl, „Unterwasser-Schweißen, Hochdruckreinigung, Kernbohrungen, Montage und Betonage.“

 

Quelle: Mara Lucas im Schwäbischen Tagblatt  vom 25.1.2022

Das letzte Foto stammt aus dem Schwäbischen Tagblatt (25.1.2022) von Klaus Franke. Alle anderen von Reinhild von Brunn
Das letzte Foto stammt aus dem Schwäbischen Tagblatt (25.1.2022) von Klaus Franke. Alle anderen von Reinhild von Brunn
Das letzte Foto stammt aus dem Schwäbischen Tagblatt (25.1.2022) von Klaus Franke. Alle anderen von Reinhild von Brunn

Das letzte Foto stammt aus dem Schwäbischen Tagblatt (25.1.2022) von Klaus Franke. Alle anderen von Reinhild von Brunn

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