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Neues aus der Gartenstraße

Süd und Nord rücken sich näher

Süd und Nord rücken sich näher

Vorbereitende Arbeiten für die Nord-Südverbindung sind schon im Gange. Die Unterführung zwischen Löwenstein- und Brückenstraße wird sowohl Fußgängern als auch Radfahrern zur Verfügung stehen. 

Vielleicht schon in zwei Jahren können Radfahrer vom Französischen Viertel durch eine Unterführung beim Güterbahnhof unter den Gleisen hindurch in die Brückenstraße und weiter über die neue Radbrücke Ost in die Gartenstraße fahren. Die Rad-Achse Ost ist zentraler Baustein des Tübinger Radwegenetzes; in der Schaffhausenstraße soll eine Ost-West-Achse des Radwegenetzes „Blaues Band“ verlaufen. Der Gemeinderat beschloss im Dezember 2020 einstimmig die Planungen für die Unterführung am Haltepunkt Güterbahnhof, der für das unstrittige Modul 1 der Regionalstadtbahn entsteht, den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke zwischen Herrenberg und Bad Urach.

Eine Überführung hätte eine große Rampe für die Auffahrt erfordert. Auch die nun vorgesehene Auf- und Abfahrt kommt nicht ohne Rampe mit Haarnadelkurve aus. Doch der Winkel ist nach Ansicht von Baubürgermeister Cord Soehlke und der Ausschussmitglieder bei 4,50 Meter Breite nicht zu eng. In der Unterführung selbst haben Radfahrer 4 Meter (2 Meter in jede Richtung) und Fußgänger 3 Meter Platz bei einer lichten Höhe von mindestens 3 Metern. Im März 2022 wurde die Planänderung Personenunterführung am Haltepunkt Tübingen Güterbahnhof öffentlich ausgelegt: 

"Beim Haltepunkt Tübingen Güterbahnhof sind zwei Außenbahnsteige an den durchgehenden Hauptgleisen (Gleise 101 und 102) der Neckar-Alb-Bahn mit einer Länge von 120 m und einer Breite von 2,50 m geplant. Der zweite Bahnsteig am Gegengleis (Gleis 102) liegt auf der Achse des heutigen Gleises 203, welches als Durchfahrtsgleis dafür entfällt. Eine barrierefreie Anbindung an die Bahnsteige bzw. eine Möglichkeit, für Fußgänger und Radfahrer, dass Gleisfeld zu queren wird durch eine Eisenbahnüberführung (EÜ) ermöglicht. Die Bahnsteige des neuen Haltepunkts werden an die geplante Unterführung über Treppen und Aufzüge angeschlossen.

Gegenstand des Änderungsantrags ist die Verbreiterung der EÜ von 6 m auf 7 m und die Verringerung der lichten Höhe von 3,5 m auf 3 m. Zur verkehrlichen Einbindung des Bauwerks in das Radschnellwegenetz der Universitätsstadt Tübingen muss die EÜ die dazu vorgegebene Fahrbahnbreite haben. Die in der planfestgestellten Lösung vorgesehene Breite von 6 m genügt den Anforderungen an einen Radschnellweg nicht. Insbesondere aufgrund der Nutzung als Teil des Radschnellwegs ist die EÜ mit Rampen an das bestehende Wegenetz angeschlossen. Soweit die Rampen nicht barrierefrei sein können, werden Aufzüge vorgesehen. Die Zuwegung zu den Bahnsteigen erfolgt ohnehin über Aufzüge von der EÜ aus.

Während der Herstellung der Außenbahnsteige sowie der EÜ kommt es zu beachtlichen Beeinträchtigungen durch Lärm und Erschütterungen. Die baubedingten Emissionen werden durch die Änderungen der EÜ jedoch nicht erhöht, da sich am Bauablauf weder von der Intensität noch von der Dauer gegenüber der planfestgestellten Lösung etwas ändert. Aktive Schallschutzmaßnahmen wie z. B. mobile Lärmschutzwände sind aus Platzgründen nicht möglich. Nachts erfolgt kein Betrieb der Baustelle.

Für die Durchführung des geplanten Vorhabens muss anlage- und baubedingt, vorrübergehend, dauerhaft und für landschaftspflegerischer Maßnahmen zum Teil auch auf Grundstücke Dritter zugegriffen werden. Einzelheiten hierzu sind dem Grunderwerbsverzeichnis und dem Grunderwerbsplan zu entnehmen."

Zwar kostet die Unterführung mit Planungen nach derzeitigen Berechnungen insgesamt 11,6 Millionen Euro. Doch übernimmt der Zweckverband Ammertalbahn als Träger davon 6 Millionen Euro, die wiederum der Bund komplett als Förderung erstattet. Bezahlt wird der Halt mit Fußgängerzugang. Selbst zahlen muss die Stadt für die Radunterführung. Sie kostet 4,5 Millionen Euro. Die Verwaltung rechnet jedoch mit Zuschüssen des Bundes in Höhe von 3,3 Millionen oder mindestens 2,1 Millionen Euro. Sie müsste insgesamt also nur 1,2 oder 2,4 Millionen Euro zahlen. Allerdings muss die Stadt der Bahn noch eine Ablöse für Wartung und Unterhalt entrichten in Höhe von 1,5 bis 2,5 Millionen.

NKI-Förderung Superradwegenetz Tübingen (Nationale Klimaschutz Initiative)

Unter diesem Titel wurden folgende Teilprojekte zusammengefasst:

  • -  Radbrücke Ost, 4,4 Mio. €

  • -  Radbrücke West, 11,9 Mio.

  • -  Unterführung Güterbahnhof, 4,5 Mio. €

  • -  Fahrradstraße Wilhelm-Keil-Straße, 1,4 Mio. €

  • -  Fahrradstraße Brückenstraße, 0,4 Mio. €

  • -  Öffentlichkeitsarbeit, 0,1 Mio. €

  •  

     

     ___________

    Gesamtkosten, 22,7 Mio. €

     

     

Das Bundesumweltministerium unterstützt das Projekt Superradwegenetz mit insgesamt 12,6 Millionen Euro, davon fließen 2,5 Millionen in den Bau der 90 Meter langen und 4 Meter breiten Radbrücke Ost. Mit der neuen Neckarüberquerung sowie einer Unterführung am neuen Haltepunkt der Regional-Stadtbahn am Güterbahnhof werden zentrale Verbindungslücken für den Radverkehr in Nord-Süd-Richtung geschlossen und mit dem derzeitig entstehenden "Blauen Band" vernetzt. Die Brückenstraße nördlich des Neckar wird zur bevorrechtigten Fahrradstraße. So entsteht ein Rangvorrangroutennetz mit durchgängigen, leistungsfähigen Radachsen. Es wird damit gerechnet, dass mit dem neuen Netz der Radverkehrsanteil um 5 Prozent erhöht und so jedes Jahr rund 4.200 Tonnen CO2eingespart werden.

 

Eine Unterführung für Rad- und Fußverkehr wird Süd- und Nord verbinden.

Eine Unterführung für Rad- und Fußverkehr wird Süd- und Nord verbinden.

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